Montag, 18. Mai 2015

{Rezension} Die Wegwerfkuh - Tanja Busse

Die Wegwerfkuh von Tanja Busse

Paperback, Klappenbroschur,  
288 Seiten,  
13,5 x 20,6 cm, 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-89667-538-5
  € 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90 * 
 (* empf. VK-Preis)
 
Erscheinungsdatum: 30.03.2015
 
Verkaufsrang: 2.677
 
Sprache: Deutsch



Über den Inhalt:




 

Sie nennen es Effizienz – doch in Wahrheit ist es ein System gigantischer Verschwendung.

Die deutsche Landwirtschaft produziert immer mehr Milch, Fleisch und Eier in immer kürzerer Zeit. Die Effizienz scheint ihr bestes Argument zu sein. Nur mit den Methoden der Agrarindustrie könne man neun Milliarden Menschen ernähren, behaupten deren Anhänger.
Doch diese Hochleistungslandwirtschaft ist eine Verschwendungs- und Vernichtungslandwirtschaft . Sie erzeugt Milchkühe, die – bei einer natürlichen Lebenserwartung von zwanzig Jahren – schon nach drei Jahren im Melkstand geschlachtet werden. Sie werden zu einer so hohen Milchproduktion getrieben, dass sie krank und unfruchtbar werden.
Gleichzeitig können die meisten Bauern nicht mehr autonom handeln, weil sie abhängig und hoch verschuldet sind. In der Geflügelmast verkaufen wenige große Konzerne Küken, Futter und Medikamente an die Landwirte und nehmen ihnen nach der Mast die schlachtreifen Hühner ab. Die Preise bestimmen die Unternehmen – die Stallkosten und das Risiko für die Aufzucht tragen die Bauern, die sich trotzdem der Logik der Industrie beugen.
In ihrem neuen Buch Die Wegwerfkuh belässt Tanja Busse es nicht bei der schonungslosen Kritik der Missstände und Abhängigkeiten, sondern zeigt auch Wege zu einer nachhaltigen Landwirtschaft auf.

Zur Autorin:

 

Tanja Busse wurde 1970 geboren, studierte Journalistik und Philosophie in Dortmund, Bochum und Pisa. Sie promovierte 2000 mit einer Arbeit über die Massenmedien ("Weltuntergang als Erlebnis"). Sie schrieb wichtige Artikel über Verbraucherschutz und Landwirtschaft in der ZEIT, für das Greenpeace-Magazin und für utopia.de. Ihr Buch „Die Einkaufsrevolution“ (Blessing, 2006) wurde ein Longseller. Auch "Die Ernährungsdiktatur" (Blessing 2010) erlangte hohe Resonanz.

Mein Fazit 

 

Die Wegwerfkuh war eines der besten Sachbücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Es war aufwühlend, traurig und deprimierend und hat mich auch einige Male zum weinen gebracht. Natürlich kennt man die Fakten, da man sich als Veganerin ja zwangsläufig mit dem Thema Massentierhaltung auseinandersetzt. Was mir allerdings neu war, war auch einmal die Seite der Bauern zu sehen. Man ist ja schnell mit einem Urteil und stempelt sie als böse und profitgierige Menschen ab. Tanja Busse, die selbst aus einer Bauernfamilie stammt, macht aber bewusst, dass die Landwirte oft keine andere Wahl haben als auf den Zug Massentierhaltung aufzuspringen. Da geht es oft ums nackte Überleben der eigenen Familie. Natürlich darf das nicht immer die Ausrede dafür sein, die Augen zu verschileßen und wegzuschauen. Tanja Busse gibt auch konkrete Lösungsvorschläge, wie man als Landwirt aus dem System aussteigen und auch wieder Freude an der Arbeit haben kann. 
Aber was die Autorin betont und uns allen endlich bewusst werden muss ist, dass die Leute Entscheidung darüber wie und was produziert wird natürlich beim Konsumenten liegt - also bei uns allen. Dazu muss natürlich nicht die gesamte Menschheit vegan werden. Wenn wir aber bewusster mit unseren Lebensmitteln umgehen und ein wenig Verzicht üben anstatt massenweise Billiglebensmittel zu konsumieren, wäre schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung getan. 

1 Kommentar:

  1. Ich hatte das Buch eh schon auf meinem Wunschzettel, jetzt muss ich es gleich haben. Viele Grüße und danke für deine Besprechung! Nico von VESTESSEN.jimdo.com

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